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Diagnosegerät für Straßenbahnen SKS – 3

Dr.Ing. Rainer Schubert

Frontansicht Diagnosegerät für Straßenbahnen SKS -3
Foto: R. Schubert

Beschreibung

Steuer-Kontroll-System SKS – 3 wurde für neuere Straßenbahnfahrzeuge, die mit Thyristorsteuerung ausgestattet waren entwickelt. Es kam bei Wartung und Instandhaltung der in der DDR eingesetzten Straßenbahnfahrzeuge vom Typ Tatra KT4D-t und T6A2 zum Einsatz.

SKS – 3 (Prototyp) bei der Diagnose am Steuergerät der Straßenbahn angeschlossen
Foto: R. Schubert
SKS – 3 Rückseite geöffnet
Foto: R. Schubert

Das SKS-3 wird von einem Mikroprozessorsystem mit Bausteinen aus der U880-Familie gesteuert. Dabei wurden mehrere Modulen des vom WTZK entwickelten Baukastensystems RATIO80 verwendet. Spezielle Interface­baugruppen dienten zur Erfassung der Zustände an signifikanten Punkten des Steuer­gerätes der Straßenbahn. Um die Elektronik vor den bei Schalt­vorgängen an elektro­magnetischen Bauelementen (Schütze, Relais) entstehenden induktiven Spannungs­spitzen zu schützen war eine spezielle Eingangs­schutzschaltung erforderlich. Über Multiplexer und AD-Wandler wurden bis zu 32 Messignale fünf mal pro Sekunde (Abtastrate 160Hz) erfasst.. Über maximal 28 Messsignaleingänge konnten die 50 Signalausgänge des Steuergerätes in zwei Meßkomplexen diagnostiziert werden. Der verwendete AD-Wandler ließ eine Messfrequenz von etwa 15kHz zu. Die gegenüber der Schützsteuerung komplexeren und schnelleren Abläufe in den Thyristorsteuerungen ließen eine Diagnose des elektronischen Reglers mit einem einzigen Messprogramm nicht zu. Es waren zehn eigenständige Prüf- und Messprogramme im SKS-3 implementiert. Für die Ausgabe der Meßprotokolle war ein Thermostreifendrucker TSD16 (K6301) ins Gerät integriert.

Die Spannungsversorgung des SKS-3 erfolgte aus dem Bordnetz der Straßenbahn (24V). Mittels typespezifischer Messprogramme (tauschbare EPROM-Sätze) wurde das SKS-3 an die unterschiedlichen Steuergeräte der einzelnen Fahrzeugtypen angepasst. Für die Ausgabe der Meßprotokolle war ein Thermostreifendrucker ins Gerät integriert.

Die Erprobung der Prototypen erfolgte in Verkehrsbetrieben in Berlin und Prag. Das Gerät sollte im Verkehrskombinat Erfurt produziert werden.

Entwicklungsablauf

Leitung: Dr.Ing. Rainer Schubert

Veröffentlichungen

Schubert, R.: Einsatz des Diagnosegerätes SKS-3 bei der Instandhaltung von Straßenbahnen mit Thyristorsteuerung. In: Kraftverkehr Berlin 32 (1989), Nr. 6, S. 220f.

Schubert, R.: Einsatz eines Mikrorechners bei der Diagnostik der elektrischen Fahrzeugsteuerung von Tatra-Straßenbahnfahrzeugen. In: Kraftverkehr Berlin 29 (1986), Nr. 6, S. 225f.